Muslemische Küche von den Wolga-Ufern

kulinarische Traditionen russischer Tataren

Schafffleisch. Reis. Plätzchen und fette Bouillons. Kein Schweinefleisch und Alkohol. All das sind alte kulinarische Traditionen. Und nicht nur bei Russen, sondern auch bei Tataren, die zahlenmäßig die zweitgrößte Nation in unserem Land ist. Die Küche dieses Volkes können Sie in Tatarstan kennenlernen. Tatarstan befindet sich in der Mitte des europäischen Teils Russlands.

Tatarische Mahlzeit. Das ist eine Reise durch Völker und Kulturen. Islam, ethnische Traditionen, Küche der Nachbarvölker... Hier finden Sie Maultaschen (russ. Pelmeni) wie in China, Reispilaw und Schafffleisch wie in Usbekistan, süße Baklava wie in Tadschikistan und eigene einzigartige tatarische Gerichte, solche wie Ötschpotschmak, Tschak-Tschak, Gubadia.

Das Gebäck in der tatarischen Küche nimmt einen der Hauptplätze ein. Es wird häufig als zweite Speise nach der Suppe serviert. Z. B. Ötschpotschmaks sind mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die nicht nur in der Republik Tatarstan, sondern auch in ganz Russland beliebt sind. Ötschpotschmak wird als „Dreieck” übersetzt. Aber hier ist nicht die Form wichtiger, sondern die Zubereitungsart. Würfelig gehacktes Schafffleisch wird mit rohen Kartoffeln und klein geschnittenen Knollenzwiebeln vermischt und auf den Teig gelegt. Danach wird den Teigtaschen eine Pyramidenform verliehen und sie werden in den Backofen gestellt. Während der Zubereitung werden die Ötschpotschmaks mit Fleischbouillon gefüllt. Sie werden heiß serviert, haben ein feines Aroma, sind köstlich und sättigend.

Das Gebäck wird in der tatarischen Küche häufig als zweite Speise nach der Suppe serviert. Sehr beliebt sind mit Fleisch gefüllte Teigtaschen in Dreieckform – Ötschpotschmak

Wie auch in der russischen Küche haben die Suppen in der tatarischen Küche eine erstrangige Bedeutung. In erster Linie ist das Chorba, der aus einer Schafffleisch-Bouillon mit Kartoffel, Tomaten, Speisepaprika, Knoblauch und Würzmittel zubereitet wird. Die Suppen werden reichlich mit frischen grünen Kräutern und Gewürzen bestreut (u.a. auch mit Pfeffer, Kümmel, Safran, Würznelke, Zimt), man gibt Ingwer, Muskatnuss und Lorbeer hinzu.

Die Süßigkeiten sind der einzigartigste und eigenständigste Teil der tatarischen Küche. Das berühmteste davon ist Tschak-Tschak. Mit Tschak-Tschak empfängt man Gäste. Tschak-Tschak wird aus Tatarstan als Geschenk oder Souvenir mitgenommen. Die Hauptzutaten sind weicher Teig, Butter und Honig. Es wird auf folgende Weise zubereitet: den Teig wird auf kleine Streifen geschnitten und in Butter angeröstet. Danach werden diese angerösteten Streifen mit Sirup aus Honig und Zucker vermischt und auf ein Teller in gewünschter Form gelegt. Es gilt, dass die hell gelbe Farbe der Nachspeise die Sonne und die zusammengeklebten Teigteilchen die Einheit des tatarischen Volkes symbolisieren.

Die Süßigkeiten sind der einzigartigste und eigenständigste Teil der tatarischen Küche. Die meisten davon werden mit Honig zubereitet

Mit Honig werden auch Talkysch-Kalewe zubereitet. Das ist eine knusprige Leckerei, die an Zuckerwatte erinnert. Genauso wie bei der Zubereitung von Tschak-Tschak wird hier Zucker, Mehl und Butter verwendet. Die Zubereitung verlangt besondere Geduld und Geschicklichkeit: die dickflüssige abgekühlte Honigmasse wird mit Händen solange gedehnt bis sich dünne weiße Fasern bilden.

Früher war Tschak-Tschak ein traditionelles Hochzeitsessen. Wie auch die Gubadia. Das ist ein großer Kuchen mit Rosinen, gehackten Eiern und Schmelzkäse. Die Zutaten werden nicht vermischt, sondern schichtenweise aufeinander gelegt. Heute sind Gubadia und Tschak-Tschak ein Teil des Alltagslebens und werden als Nachtisch mit Tee serviert.

Das heutige Tatarstan lebt nach europäischen Traditionen. Wie auch in ganz Russland, ist hier Alkohol frei zugänglich und Frauen im Hidschab trifft man relativ selten. Aber die nationalen kulinarischen Traditionen werden gepflegt. Und wenn Sie eine tatarische Familie besuchen, werden Sie unbedingt mit traditionellen Gerichten empfangen.

 

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