Mythen über Russland

Wie auch über andere Länder gibt es über Russland zahlreiche Mythen. Die Bären gehen in den Straßen, oder ein Atomreaktor mitten in der Wohnung raucht. Das über den Atomreaktor ist natürlich eine Übertreibung. Aber Bären trifft man manchmal. Was ist aus den Erzählungen über Russen Lüge und was ist Wahrheit? Wir versuchen es herauszukriegen.

Mythe: die Russen trinken viel

Der Alkoholkonsum pro Kopf der Bevölkerung ist in Russland weniger als in einigen anderen westeuropäischen Ländern. Die arbeitstätigen Einwohner der Großstädte trinken nicht mehr, als Engländer, Tschechen und Deutschen. In den letzten Jahren entscheiden sich immer mehr Jugendlichen für gesunde Lebensweise. Sie verzichten auf Alkohol und Tabak und treiben Sport. Der Staat unterstützt diese Tendenz und macht Schritte zur Beschränkung des Alkoholverkaufs: es ist verboten Alkohol nach 22:00 Uhr zu verkaufen und der minimale Preis wird regelmäßig erhöht. Alkohol wird den jungen Leuten ohne Ausweis nicht verkauft. Seit kurzem ist es verboten in öffentlichen Plätzen, Restaurants, Clubs und anderen Vergnügungseinrichtungen zu rauchen.

Mythe: die Russen sind unfreundlich und sreng

Jeder Ausländer, der mal in der Moskauer U-Bahn morgens in den Hauptverkehrststunden war, wird diese Behauptung zweifellos bestätigen können. Aber wenn man nicht die Extremfälle betrachtet, sieht alles viel besser aus. In Russland ist es tatsächlich nicht üblich mit einem Lächeln durch die Straßen zu laufen, aber nur weil das Volkssprichwort lautet: „Am vielen Lachen erkennt man den Narren”. In der Gemeinschaft mit Freunden und Verwandten werfen die Russen die vorgetäuschte Strenge zur Seite und entspannen sich. Für die russische Mentalität ist emotionale Verschlossenheit typisch. Es ist nicht üblich laut in öffentlichen Plätzen zu reden, oder wegen Kleinigkeiten sich an die Fußgänger zu wenden. Deshalb wird jeder, der gegen die Regeln verstößt, verdächtig angesehen. Und die Ausländer denken, dass die Russen unfreundlich sind obwohl dies nur eine Erziehungstradition ist. Wenn Sie aber eine Möglichkeit haben werden mit Russen in einer zwanglosen Atmosphäre Gemeinschaft zu haben, werden Sie mit Erstaunen bemerken, dass sie offen, freundlich und fröhlich sind. Ja solch ein Rätsel der russischen Seele!

Wenn Sie aber eine Möglichkeit haben werden mit Russen in einer zwanglosen Atmosphäre Gemeinschaft zu haben, werden Sie mit Erstaunen bemerken, dass sie offen, freundlich und fröhlich sind

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Mythe über Kleidung und äußeres Aussehen

Es gilt, dass die russischen jungen Frauen zu viel Zeit ihrem äußern Aussehen widmen und bevorzugen immer hübsche statt praktische Kleidung. Sie können sich kaum ohne Schmuckstücke und Make-up vorstellen. Sie tragen Stiefel mit hohen Absätzen sogar bei Frost. Die durchschnittliche russische Frau nimmt sich tatsächlich zu viel Zeit um gut auszusehen, als eine Europäerin oder Asiatin. Aber die Zeiten der hohen Absätze und Marken „zur Schau tragen” sind vorbei: heute bevorzugen die Großstadteinwohnerinnen saubere bequeme Kleidung ohne auffallende neumodische Elemente. Die beliebtesten Kleidungsstücke sind gerade und enge Jeans mit Ballerinas oder Turnschuhen. Die ältere Generation bevorzug locker sitzende Hosen oder Kleider mit Mokassins.

Die durchschnittliche russische Frau nimmt sich tatsächlich zu viel Zeit um gut auszusehen, als eine Europäerin oder Asiatin. Aber die Zeiten der hohen Absätze und Marken „zur Schau tragen” sind vorbei

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Was die russischen Männer betrifft gibt es eine Gegenmythe, dass sie absolut keinen Geschmack haben. Russland war tatsächlich nie die Hauptstadt der Herrenmode. Die Frauen hatten das Vorrecht sich um das äußere Aussehen zu kümmern. Trotzdem erlaubt sich kein russischer Mann in schmutziger Kleidung oder mit ungeputzten Schuhen in der Öffentlichkeit zu erscheinen. Es gibt mehr Modefreaks unter den jungen Leuen: die Hipser-Kultur in Russland ist genauso wie in der ganzen Welt verbreitet. Und ja, die Trapper-Hüte trägt schon lange keiner mehr.

Mythe über Wetter: in Russland gibt es zwei Winter – der weiße und der grüne

Im europäischen Teil des Landes von Juni bis August beträgt bleibt die Temperatur innerhalb komfortabler Grenzen und beträgt 23-25 °C. Das ist sogar mehr, als die jahresdurchschnittliche Temperatur, z.B. auf Britischen Inseln oder in einigen Bundesstaaten in Nordamerika. Manchmal kann das Wetter richtig überraschen und die Temperatur im Sommer steigt bis zu +35 oder sogar +40 °C. Dies vertragen die Einwohner der Großstädte sehr schwer.

Man soll auch nicht vergessen, dass es mehrere Klimazonen mit eigenen Temperaturbesonderheiten in Russland gibt. In Sibirien und hinter dem Polarkreis erreicht die Temperatur im Winter –56 °C, was jeden Ausländer richtig erschrecken kann. Aber die Einheimischen haben sich zu diesen harten Wetterbedingungen angepasst und fühlen sich relativ komfortabel. In den südlichen Regionen Russlands, z.B. in den Städten an der Schwarzmeerküste ist das Klima subtropisch und entlang der Straßen wachsen Palmen. Was für ein „grüner Winter”?! Hier haben einige den weißen niemals gesehen!

Es gibt mehrere Klimazonen mit eigenen Temperaturbesonderheiten in Russland. Einige Bewohner der südlichen Regionen haben noch nie Schnee gesehen!

Mythe über Kultur und Freizeit

Die russische Kultur ist in der ganzen Welt durch Schriftsteller, Künster und Musikanten berühmt. In Moskau und St. Petersburg befinden sich zahlreiche Kulturobjekte, die Perlen des Welterbes sind. Manche Ausländer sind der Meinung, dass die Russen am Wochenende das Bolschoy Theater besuchen und Ballettverehrer sind und Puschkin an Festessen zitieren. Eigentlich besuchen die Hauptstadteinwohner Theater genauso oft wie die Österreicher die Oper. Dies bedeutet nicht, dass die heimische Klassik unbeliebt ist, sondern, dass mehr „irdische” Freizeitaktivitäten bevorzugt werden. Aber die Meinung, dass Russland das lesendste Land ist, ist wahr. Mit einem Buch in der U-Bahn sitzen fast alle und zu Hause bevorzugen viele dem Fernsehen Bücherlesen.

Über die russische Volkskultur wird auch vieles geredet. Es ist unvorstellbar, dass ein Russe auf der Balalaika nicht spielen kann, ein Knopfakkordeon nie in den Händen gehalten hat und bei jeder Gelegenheit nicht den Kosakentanz tanzt! Und wenn er noch dabei keine einzige Tschastuschka (ein kurzes komisches Lied) kennt, ist dies sehr verdächtig. Eigentlich singen die Russen natürlich die Tschastuschkas und spielen Knopfakkordeon. Aber das sind größtenteils Dorfeinwohner, wo die Volkskunsttraditionen noch stark sind, im Vergleich zur Stadt. 

Mythe: in Russland gehen Bären auf den Straßen

Was kann man dazu sagen: man kann nie wissen. In den kleinen Städten Sibiriens und im Fernen Osten kann man tatsächlich auf einen Bären stoßen. Die Tiere kommen zu den Randgebieten, um Nahrung in den Müllcontainern zu finden. Manchmal laufen sie auf die Landstraße und verursachen damit Verkehrsunfälle. Um dieses Problem zu lösen organisieren die Einheimischen Bären-Streifwache. Die gefährlichen Raubtiere werden abgeschossen oder gefangen. Was die anderen Regionen und Großstädte des Landes betrifft - Moskau, St. Petersburg, Kasan oder Sochi, so beträgt die Wahrscheinlichkeit einen Bär auf der Straße zu treffen 0%.

Mythe: Matröschka ist ein echt russisches Souvenir

In Wirklichkeit kommt dieses lustiges Spielzeug - eine Schachtelpuppe (Puppe in Puppe) aus Holz - aus Japan. Diese „Matröschka” stellte den Gott der Ausbildung und Fukuruma-Weisheit dar. Am Ende des XIX Jahrhunderts kam das japanische Spielzeug nach Russland und gefiel allen so sehr, dass die russischen Meister haben daraus eine eigene Matröschka gemacht. So entstand die bunt bemalte Schachtelpuppe im Kleid und mit Kopftuch. Aber es ist ein Rätsel woher die Benennung „Matröschka” stammte. Die einen sagen es kommt vom beliebten Vornamen Mascha oder Manja. Die anderen behaupten, dass die eine Form des Vornamens Matröna ist, der in der Rus in dieser Zeit sehr verbreitet war. In jedem Falle haben wir ein lustiges Souvenir - traditionell russisches, aber mit östlichen Wurzeln.

 

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