Geheimnisse der Moskauer U-Bahn

Die Moskauer U-Bahn ist das größte Verkehrssystem und Lieblingsobjekt bei den Touristen, Architektur- und Dekorwunder

Die Moskauer U-Bahn ist das größte Verkehrssystem und Lieblingsobjekt bei den Touristen, Architektur- und Dekorwunder. Wir erzählen über die unglaublichen Tatsachen und seltsame Zufälle in der Geschichte der U-Bahn.

Die Moskauer U-Bahn wurde am 15. Mai 1935 eröffnet. Seit Ende des XIX. Jahrhunderts haben verschiedene Ingenieure U-Bahn-Projekte angeboten, aber sie alle wurden aus verschiedenen Gründen abgelehnt. Der endgültige Anstoß zum U-Bahnbau war der Verkehrskollaps im Jahr 1931. In Moskau standen alle Verkehrsarten, u.a. auch die damals dominierende Straßenbahn still.

Als erstes wurde die Strecke der Sokolniki-Linie von der Station „Sokolnikow“ bis zur Station „Kulturpark“ in Betrieb gesetzt. Die ersten U-Bahn-Tickets waren zweifarbig - rot und gelb, je nach der Fahrtrichtung - und waren für eine beliebige Anzahl von Fahrten innerhalb von 35 Minuten gültig. Der erste Fahrgast war der Mitarbeiter des Betriebs „Krasnyj Proletarij“ Peter Latyschew, der am 15. Mai 1935 das erste Ticket auf der Station „Sokolniki“ kaufte.

Heute befindet sich im Eingangsraum der Station „Wystawotschnaja“ das Berufsinformationszentrum der Moskauer U-Bahn, wo man viel interessantes über das Hauptverkehrsmittel der Hauptstadt erfahren kann. Hier gibt es zahlreiche historische Exponate, u.a. auch eine Sammlung alter Tickets, Station- und Zugmodelle. Aber das interessanteste in diesem Zentrum ist der interaktive Fahrsimulator. Jeder, der es möchte, kann den virtuellen Zug fahren!

Architektur und Gestaltung

Die schönsten sind auch heute noch U-Bahn-Stationen, die in den ersten Betriebsjahren gebaut wurden. Viele davon sind Architekturdenkmäler. Die allgemeine Feierlichkeit der stalinistischen Architektur widerspiegelte sich im Stationendekor: es wurde teure Baustoffe wie Marmor und Granit verwendet. Gemäß der Ideologie sollte die U-Bahn wie auch alle anderen öffentlichen Räume ein unterirdischer Schloss für einfache sowjetische Leute als Symbol der besseren Zukunft sein.

Die U-Bahn-Station „Majakowskaja“ ist mit einem Mosaik-Wandbild von Alexander Daineka dekoriert und für die Metalloberfläche der Station wurden Fragmenten des Luftschiffes, der von Ziolkowski gebaut wurde, eingesetzt. Die U-Bahn-Station „Nowoslobodskaja“ wurde mit malerischen Glasfenstern dekoriert. Die Glasfenster dafür wurden aus der Kathedrale in Riga genommen. Die U-Bahn-Station „Nowokusnezkaja“ wurde auch mit Mosaik zum Thema Erfolge der sowjetischen Industrie und Sporterfolge dekoriert. Und nach dem Krieg wurden auf der Station Siegestafeln aufgestellt. Es gibt eine Legende, die erzählt, dass die Bänke auf der Station „Nowokusnezkaja“ aus der zerstörten Christus-Erlöser-Kathedrale hierher gebracht wurden, aber es gibt keine Beweise dafür.

Auf der U-Bahn-Station „Ochotnyj Rjad“ ist während der Restaurierung im Jahr 2007 das Fragment des alten Dekors aus dem Jahr 1935 unberührt geblieben. Man kann es am Halteplatz des ersten Wagens in Richtung „Boulevard Rokossowski“ sehen.

Es ist sehr interessant, dass im Naturstein, der als Dekor für Stationen eingesetzt wurde, Reste von Organismen erhalten geblieben sind. Einige davon lebten vor 70 Millionen Jahren. Dies sind hauptsächlich verschiedene Muscheln, Koralle und andere Wirbellosen. Jeder Fahrgast kann diese bewundern: die Liste paläontologischer Sehenswürdigkeiten in der U-Bahn kann man leicht im Internet finden.

Neue U-Bahn-Stationen wurden jedes Jahr gebaut, sogar während des Großen Vaterländischen Krieges. Nach Stalins Tod wurde ein Erlass „Über die Beseitigung von Extravaganzen bei der Planung und Errichtung“ herausgegeben und die neuen Stationen wurden nach Musterprojekten gebaut und mit billigeren Baustoffen dekoriert: anstatt Granit und Marmor wurden Stahlbeton, Schiefer und Aluminium eingesetzt. Es wurden die ersten oberirdischen Stationen geöffnet - „Kutusowskaja“, „Studentscheskaja“. Später in den 1970-1980er Jahren wurden die Musterprojekte der Stationen durch individuelle gestalterische Lösungen ergänzt.

Die U-Bahn-Station „Majakowskaja“ ist mit einem Mosaik-Wandbild von Alexander Daineka dekoriert und für die Metalloberfläche der Station wurden Fragmenten des Luftschiffes, der von Ziolkowski gebaut wurde, eingesetzt

Während des Krieges

Sogar während des Krieges wurden die U-Bahn-Stationen nur für einen Tag stillgelegt. Dies geschah am 16. Oktober 1941 als die Nazis Moskau anmarschierten. Die Stadt bereitete sich auf eine Evakuierung vor und es wurde befohlen, die U-Bahn als ein strategisches Objekt zu vernichten, damit die Nazis es nicht nutzen können. Die Mitarbeiter begannen mit der Verminung der U-Bahn und bereiteten die Stationen zur Überflutung vor, demontierten Fahrtreppen und evakuierten Wagen. Zum Glück wurde der Befehl widerrufen und die U-Bahn wurde am Morgen wieder in Betrieb gesetzt.

In den nachfolgenden Jahren dienten die am tiefsten liegenden U-Bahn-Stationen als Schutzbunker, wo sich manchmal bis zu 500 000 Menschen versteckten. In der U-Bahn arbeiteten Geschäfte, Friseursalons und eine Bibliothek. In den Kriegszeiten sind hier 217 Kinder auf die Welt gekommen.

Im Jahr 1942 wurde der Bau neuer Stationen trotz Baustoffmangel fortgesetzt. Bis zum Ende des Krieges wurden sieben neue Stationen geöffnet. Das sind die Strecken von der modernen Station „Theatralnaja“ bis zur Station „Autosawodskaja“ und von der Station „Kurskaja“ bis zur Station „Partisanskaja“.

Die am tiefsten liegenden U-Bahn-Stationen dienten als Schutzbunker, wo sich manchmal bis zu 500 000 Menschen versteckten In der U-Bahn arbeiteten Geschäfte, Friseursalons und eine Bibliothek. In den Kriegszeiten sind hier 217 Kinder auf die Welt gekommen

Amüsante Mythen und unheimliche Legenden

Eine der Mythen ist mit der Ringlinie verbunden: es wird erzählt, dass es nicht geplant wurde, diese zu bauen, aber während einer der Besprechungen hat Stalin seine Tasse Kaffee auf die Zeichnungen gestellt, die eine deutliche braune Spur hinterließ. Keiner wagte sich mit dem Oberhaupt zu streiten - so entstand die Ringlinie. In Wirklichkeit wurde mit dem Bau der Ringlinie erst am Ende der 1940er Jahre begonnen und es gibt keine Beweise, dass es zufällig war.

Eine andere Stadtlegende ist damit verbunden, dass die Stationen in Richtung Stadtzentrum eine Männerstimme ansagt und in Richtung vom Stadtzentrum - eine Frauenstimme. Angeblich wird eine strenge Männerstimme mit einem Chef assoziiert und macht wach auf dem Weg zur Arbeit und die Frauenstimme erinnert an Zuhause. In Wirklichkeit wurde dieses System als Hilfe bei der Orientierung für blinde Fahrgäste eingeführt.

Eine der schrecklichsten, mit der U-Bahn verbundenen Legenden behauptet, dass an den Bauarbeiten Häftlinge beteiligt waren und viele von ihnen gestorben und in den Schächten begraben sind. Verdächtige Experten für paranormale Phänomene erzählen, dass auf der Station „Puschkin-Bibliothek“ schlechte Energetik ist, da hier früher ein alter Friedhof war.

Metro-2

Viele haben die Legende über die geheime „Metro-2“, die von Stalin gebaut wurde, gehört. Man nimmt an, dass mit dem Bau einer geheimen Regierungslinie im Jahr 1935 begonnen wurde. Sie verband strategische Hauptobjekte, Kreml, Stalins Bunker. Angeblich wurden die Linien der „Metro-2“ für die Evakuierung der leitenden Persönlichkeiten des Staates im Falle eines Krieges oder bei nuklearer Drohung notwendig.

Zwischen den Stationen „Theatralnaja“ und „Majakowskaja“ und noch vor der Station „Twerskaja“ wurde geplant die Station „Sowjetskaja“ zu bauen, aber die nicht fertig gebaute Station wurde in einen unterirdischen Bunker des Moskauer Zivilschutzkommandos umgebaut. Sie gehört zu einer der Stationen der „Metro-2“. Heute kann man sie sehen, wenn man sehr aufmerksam auf dem Streckenabschnitt vor der Station „Twerskaja“ hinschaut. Es scheint als ob die Station „Ismeilowo-Park“ auch zum Stalins Bunker führt. Der Mittelgleis auf der Station war der Legende nach extra für den Oberhaupt vorgesehen.

Es gibt aber keine Beweise für die Existenz von „Metro-2“. Auf Fotos, die man im Internet finden kann, sieht man in Wirklichkeit Diensträume der U-Bahn.

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